Robuste Jacke, die ihren Zweck erfüllt, aber sehr teuer ist.
VORTEILE
- Dicht
- Schöne Farben
- Super Kapuze
- Nicht zu steif
- Lange Ärmel
- Hohe Taschen
NACHTEILE
- Relativ kurz
- Wasser perlt schon nach kurzer Zeit nicht mehr ab
- Bauchige Passform
- Hoch geschnitten vorne am Hals
- Ärmel saugen sich mit Wasser voll am Bund
BEWERTUNG
BEWERTUNG
Erneut habe ich eine Jacke für euch getestet. Dieses Mal die hochfunktionelle Alta XT Regenjacke von Montane für Damen. Die mit GoreTex Pro ausgestattete Jacke hat mich bisher immer trocken gehalten. Was mir sonst positiv und negativ aufgefallen ist, lest ihr im folgenden Testbericht.
Allgemeines
UVP: 680€, also hochpreisig und klar eine Jacke aus dem Premium-Segment
Kategorie: 3-Lagen-Hardshell / Regenjacke
Einsatzbereich: Trekking, Hochtouren, lange Regenphasen, alpines Gelände, Bergsteigen, Klettern, Skitouren
Die Montane Alta XT ist ganz klar eine Jacke für schlechtes Wetter und anspruchsvolle Touren. Wie ihr dem Einsatzbereich entnehmen könnt geht es hier nicht um Regenfälle in der Stadt sondern den extremen Outdoor-Einsatz. Schon beim Auspacken wird deutlich: Hier geht es weniger um Lifestyle, sondern um Funktion und Schutz. Die Jacke richtet sich an Frauen, die auch bei Dauerregen draußen unterwegs sind und eine robuste, zuverlässige Hardshell suchen.
Material und Verarbeitung
Die GORE-TEX PRO Membran ist das Herzstück dieser Jacke – eine der widerstandsfähigsten Membranen, die es aktuell gibt. Sie bietet:
- Absolute Wasserdichtigkeit bei Starkregen,
- Sehr hohe Atmungsaktivität auch unter hoher körperlicher Belastung,
- Robuste Außenlage gegen Schrammen und Abnutzung.
Das DWR-Finish soll zusätzlich dafür sorgen, dass Wasser an der Jacke „abperlt“, statt im Gewebe zu hängen. An meiner Wortwahl merkt ihr schon, dass dem zumindest stellenweise nicht so ist. Schon nach wenigen Regengüssen zeigen sich Stellen, an denen das Wasser nicht mehr abperlt.
Hierbei handelt es sich nicht (!) um Stellen, die großer Belastung ausgesetzt waren (wie beispielsweise unterm Rucksack).
Nach einigen Regengüssen ist mir leider auch unangenehm aufgefallen, dass sich der Bund an den Ärmeln mit Wasser voll saugt...
Die Verarbeitung ist sauber, mit verstärkten Nähten, hochwertigen Reißverschlüssen und langlebigen Kordelzügen (mehr dazu im übernächsten Abschnitt), was ich aber bei einer Jacke dieser Preisklasse auch erwarte.
Passform und Schnitt
Die Passform ist funktional, aber nicht figurbetont. Bei der Auswahl der Größe habe ich mich an der Größentabelle orientiert und war genau zwischen S und M. Ich habe M gewählt, was auch gut war, da die Jacke sonst auf jeden Fall viel zu kurz gewesen wäre. Sie sitzt dafür bei mir aber insgesamt eher großzügig und bauchig. Das bietet zwar viel Bewegungsfreiheit und Platz für dicke Midlayer, ist optisch aber nicht unbedingt vorteilhaft – vor allem für schlanke Figuren.
Am Rücken ist die Jacke schön lang heschnitten.
Beim Radfahren auf dem Rennrad oder Gravel ist die Länge auch in Ordnung; ein Punkt für die Vielseitigkeit!
Toll finde ich auch die Länge der Ärmel. Sie sind lang (auch für Frauen mit langen Armen lang genug) und auch bei ausgestreckten Armen, auf dem Rad oder mit Rucksack rutschen sie nicht hoch und reichen noch bis ans Handgelenk.
Wer eine taillierte, sportlich-schlanke Jacke sucht, wird hier eher enttäuscht sein. Wer dagegen eine Jacke für harte Einsätze braucht und auch dickere Midlayer nutzen möchte, wird mit dem Schnitt gut zurechtkommen.
Ausstattung (Kapuze, Reißverschlüsse, Taschen, Gummizüge)
Die Kapuze ist gut. Sie ist doppelt verstellbar und kann so individuell angepasst werden. Sowohl mit und ohne Helm bekomme ich sie ideal an meinen Kopf angepasst, sodass sie hält, nicht verrutscht oder stört und mein Sichtfeld kaum einschränkt.
Einziges, aber für mich "schlimmes" Manko: Wenn ich die Kapuze über den Helm ziehe und dann die Jacke schließen möchte, geht sie so hoch, dass mein Mund und die Nase bedeckt sind.
Ich kann sie zwar von der Nase runter schieben, aber der Mund ist nur dann komplett frei, wenn ich den Reißverschluss etwas offen lasse, was bei Starkregen natürlich sehr unpraktisch ist.
Das Problem habe ich allerdings nicht nur bei dieser Jacke... Also vielleicht liegt es auch an meinem Kopf.
Bei den Außentaschen und den Reißverschlüssen wurde ich positiv überrascht. Die Alta XT hat zwei großzügige Taschen am Bauch, die so hoch angebracht sind, dass man problemlos einen Rucksack mit Hüftgurt oder einen Klettergurt tragen kann und trotzdem an die Taschen kommt.
Die Reißverschlüsse sind leichtgängig, hochwertig und zuverlässig dicht und lassen sich auch mit nassen, kalten Fingern gut bedienen.
Ergänzend dazu ist die Jacke mit einem Zwei-Wege-Reißverschluss ausgestattet. Das ist vor allem im alpinen Einsatz oder beim Tragen eines Klettergurts praktisch, da man die Jacke von unten ein Stück öffnen kann, ohne sie komplett aufmachen zu müssen.
So bleibt der Oberkörper geschützt, während man unten etwas mehr Bewegungsfreiheit hat.
Zusätzlich verfügt die Alta XT am unteren Saum über einen Druckknopf, mit dem die Jacke auch bei geöffnetem Reißverschluss fixiert werden kann.
Die Funktion dahinter ist simpel, aber sinnvoll: Öffnet man den Reißverschluss von unten zur Belüftung oder für mehr Beweglichkeit, verhindert der Druckknopf, dass die Jacke komplett aufklappt oder im Wind flattert. Gerade bei Starkwind bleibt so zumindest der untere Bereich geschlossen.
Innen ist die Jacke mit zwei weitere Taschen versehen.
Rechts eine oben offene Tasche mit elastischem Bund für Snacks, Tempos, Handschuhe oder Sonne-/ Skibrillen.
Links eine Tasche mit Reißverschluss, in der zum Beispiel ein Handy verstaut werden kann.
Am Saum ist die Jacke zusätzlich mit einem Gummizug versehen, der sich über Kordelstopper gut und gleichmäßig zuziehen lässt.
So kann die Jacke unten sauber abgeschlossen werden, was besonders bei Wind und Regen dafür sorgt, dass keine kalte Luft oder Nässe von unten eindringt. Der Saum lässt sich dabei auch mit Handschuhen problemlos bedienen.
Auch im Halsbereich ist die Alta XT gut gelöst. Der hohe Kragen schließt sauber ab und liegt angenehm an, ohne einzuengen (außer das Problem mit der Kapuze und dem Helm - siehe weiter oben). Hier gibt es ebenfalls eine Verstellmöglichkeit per Gummizug, sodass sich die Jacke eng an den Hals anpassen lässt, wenn es stürmisch oder nass wird.
Gleichzeitig bleibt der Tragekomfort hoch, da nichts scheuert oder drückt – selbst wenn die Jacke komplett (ohne Helm) geschlossen getragen wird.
Damit bietet die Jacke auch in diesem Bereich genau die Einstellmöglichkeiten, die man bei einer Hardshell für den Einsatz bei schlechtem Wetter erwartet.
Die Jacke ist also mit ganz vielen Details für wiedrige Bedingungen ausgestattet. Aber auch für den Einsatz bei wärmeren Temperaturen oder stärkerer körperlicher Betätigung ist gesorgt:
Zur Belüftung gibt es Unterarmreißverschlüsse. Diese lassen sich gut erreichen und weit öffnen (von oben und unten !), sodass sie bei schweißtreibenden Anstiegen oder wärmeren Temperaturen für spürbar mehr Luftzirkulation sorgen.
Auch hier machen die Reißverschlüsse einen sehr hochwertigen Eindruck, laufen sauber und lassen sich gut dosieren öffnen, ohne dass direkt Regen eindringt. Neben der Atmungsaktivität der GorePro Membran helfen sie deutlich dabei, das Klima unter der Jacke besser zu regulieren.
Insgesamt wirkt die Ausstattung sehr durchdacht und klar auf den ernsthaften Outdoor-Einsatz ausgelegt: funktional, robust und ohne unnötige Spielereien.
Fazit
Montane hat hier mit der Alta XT eine kompromisslose Hardshell für schlechtes Wetter geschaffen. Sie überzeugt mit Dichtigkeit, durchdachten Details und sehr guter Verarbeitung. Optisch und preislich muss man allerdings Abstriche machen: Die Jacke ist teuer und schmeichelt der Figur nicht zwingend. Zudem lässt die DWR-Beschichtung schnell nach.
Für wen geeignet?
Für Frauen, die viel draußen sind, bei Regen nicht umdrehen wollen und eine zuverlässige, langlebige Jacke suchen.
Für wen weniger?
Für alle, die eine leichte, taillierte oder günstige Regenjacke möchten.